Kinder, die mit Hunden arbeiten, sind einfach „stärker“

14.05.2018

 

Auf diesen Beitrag brachte mich in der letzten Woche die Mutter eines meiner Kinder aus den Hundekursen. Ihr Sohn hat im letzten Jahr begonnen, in einem meiner Kinderkurse mit seinem eigenen Hund zu trainieren. Er war anfänglich völlig überfordert und auch eher mittelmäßig motiviert. Die Idee damals war, ihn und den Hund irgendwie zusammen zu bringen. Die erste Stunde stand unter keinem guten Stern: das Wetter war leicht nieselig und der Hund war ziemlich unentspannt, da Frauchen weg ging und ihn samt Kind zurück ließ. Tim versprühte wenig Begeisterung dabei, die Aufmerksamkeit seines Hundes auf sich zu lenken, und der Hund jaulte nach Frauchen, sprang zwischendurch mittlerweile nun auch noch ziemlich nass an Tim hoch, um sich dann aber sofort wieder suchend umzusehen. Am Ende der ersten Stunde habe ich erklärt, dass es ein längerer Weg wäre, aber die Zwei gerne im Kurs bei mir anfangen könnten. Ich hatte nicht damit gerechnet, eine positive Rückmeldung zu bekommen. Umso mehr war ich überrascht, bereits am nächsten Morgen per WhatsApp zu hören, dass Tim bei mir starten wolle.

Es war ein steiniger Weg: Tim musste lernen, seinem Hund im richtigen Moment ein Feedback zu geben, in Situationen den Hund nicht entscheiden zu lassen und Aufgaben gemeinsam zu meistern und nicht nur nebeneinander - sondern zusammen. Natürlich ist es leicht für beide über eine Hürde zu springen: der Hund vorweg und das Kind an der Leine hängend hinterher.

Neu und interessant war es, als beide zum ersten Mal Übungen machten und Tim vom Hund vorher fragend angesehen wurde: "springen oder warten",  "vorher sitzen oder gemeinsam springen "?

Tim wurde immer präziser und bekam letztendlich die Aufmerksamkeit, die er haben wollte, ohne super Tipps von links oder rechts. Die beiden haben sich im Laufe der Zeit aneinander gerieben und auch heute gibt es Stunden, in denen der eine den anderen nicht beachtet, aber sind beide gut drauf, sind sie ein großartiges Team!!!

Seine Mutter berichtete mir nach den ersten Stunden nach unserer Winterpause, dass Tim gerne kommen würde. Schön und gut, aber sie berichtete auch, dass er auch außerhalb des Platzes selbstbewusster mit Vielem umgehen würde und nicht mehr abwartend in neue Situationen geht. Tim entscheidet sich bewusst für oder gegen Dinge ohne damit zu hadern.

Hunde spiegeln uns und vor allem Kindern ganz genau ihre Botschaft. Geben sie dem Hund Befehle, die von Mutter oder Vater weitergeleitet werden oder nachgestellt werden, nimmt sie der Hund nicht wahr oder geht eben nur halbherzig darauf ein. Stellen Kinder und Hund aber fest wie es ist, ernst genommen zu werden, stärkt das ungemein. Der Vorteil für unsere Kids liegt darin, ohne Mama oder Papas Wohlwollen etwas zu erreichen und unsere Hunde haben einen interessierten und spanenden Partner gewonnen - denn kein Erwachsener tollt so hingebungsvoll und begeistert mit ihnen auf dem Teppich oder Rasen herum wie die Kinder.

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